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Treffen der Koproduzenten

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FILMSZENE BADEN-WÜRTTEMBERG

Treffen der Koproduzenten


von Constantin Schnell

Wird bald ein 10-Millionen-Mark-Historienfilm in Stuttgart gedreht? Oder ein Kinofilm, der im HipHop-Millieu spielt? Noch sind diese Projekte in der Vorbereitungsphase – präsentiert wurden sie auf dem 5. Koproduktionstreffen in Baden-Baden am 27. und 28. November 2001.

Auf Einladung der MFG Filmförderung, dem FFF Bayern, dem Österreichischen Filminstitut und dem Schweizerischen Bundesamt für Kultur trafen sich im Vorfeld des Fernsehfilmfestivals rund 60 Redakteure und Filmförderer, Produzenten, Regisseure und Autoren, um 19 neue Kino- und TV-Projekte kennenzulernen bzw. vorzustellen. Das Koproduktionstreffen unter dem Titel „Europa der kurzen Wege“ findet reihum in den Teilnehmerländern statt und wurde dieses Jahr von der MFG organisiert, die mit der Betreuung vor Ort Dr. Elke Baur von Tiger TV beauftragt hatte.

Die Vorauswahl der Projekte war breit angelegt: Vom 300.000 Mark-Dokumentarfilm „Fleisch ohne Angst“ des österreichischen Filmemachers Petrus van der Let bis zum 10 Millionen-Mark-Historienfilm „Das Elixier“ des jungen Regisseurs Stefan Hornung reichte die Palette. Der Mix aus „alten Hasen“ und jungen Produzenten machte das Treffen über die Projekte hinaus spannend. Mit Stefan Hornung stellte ein frischgebackener Filmakademie-Absolvent ein extrem ehrgeiziges Projekt vor. „Das Elixier“, zu dem Hornung als Abschlussarbeit bereits beeindruckende Szenen eingefangen hat, stieß in Anbetracht seines geplanten Budgets auf Erstaunen. Die Stuttgarter Produktionsfirma floff pictures, bislang im Dokumentarfilmbereich tätig („Taxi!“, „Blind in Manhattan“), möchte dieses Projekt stemmen.

Ebenfalls in Stuttgart sitzt Schokolade Film. Florian Rederer ist mit seinem Projekt „Triff deinen Star!“ schon einen Schritt weiter, denn die HipHop-Teenie-Komödie hat bereits Zusagen der MFG Filmförderung und der MDM sowie von Ott-Film als Verleih. Wichtigster Koproduzent ist DoRo Fiction, eine Tochter der weltweit bekannten Wiener Videoclipschmiede DoRo. Regie soll der Akademie-Absolvent Stephen Manuel führen. Ebenfalls einen potenten Partner hat Christian Drewing für seinen historischen Stoff „Kommando Himmelfahrt“ gefunden. Die Tragödie des ersten bemannten Raketenstarts der Welt auf der schwäbischen Alb wird von CP Medien koproduziert. Noch ist das Projekt offen, Drewing kann es sich als historischen Stoff ebenso vorstellen wie als große Liebesgeschichte. Auf 8 – 10 Millionen Mark kann sich die Produktionsumme des auf internationale Verwertbarkeit angelegten Projektes auswachsen. Die Frage: „Welches Argument haben Sie für einen Produzenten, hier einzusteigen?“ ging nicht nur an die jungen Produzenten, sondern zum Beispiel auch an Elke Baur und Kathrin Brunner-Schwer, die mit dem Dokumentarfilm „A Magic Sound“ das Porträt des im Jazz weltbekannten Schwarzwälder Plattenlabels MPS nachzeichnen wollen.

Ziel des Treffens „Europa der kurzen Wege“ ist es nicht nur, mögliche Koproduzenten zu finden, sondern auch zu sehen, wie die Branche das eigene Projekt aufnimmt. Im nächsten Jahr findet das Treffen in der Schweiz statt.

 
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