Filmbüro

Filmfacts

Nummer 1 / 2002

Filmszene BaWü

Animationsdesigner beim Designer Saturday

Auszeichnung für Internetseite

Neuer Geschäftsführer der Maran Film GmbH …

4. Forum Hochschulfilm

7. Filmschau Baden-Württemberg

Die Masterclass der deutsch-französischen Filmakademie

Diskussion über das Nida Rümelin-Konzept

Treffen der Koproduzenten

Fernsehfilm-Festival Baden-Baden

Finalart öffnet Tore

 

FILMSZENE BADEN-WÜRTTEMBERG

EIN HERVORRAGENDER JAHRGANG


von Constantin Schnell

Die rund 300 akkredierten Gäste waren sich über die hohe Qualität der auf dem Baden-Badener Fernsehfilm-Festival gezeigten Filme einig. Dass die kommerziellen Sender bei der Qualität längst mithalten können, das bewies „Wambo“ (Buch und Regie: Jo Baier) von Sat.1, dessen Hauptdarsteller Jürgen Tarrach mit dem Darsteller-Preis geehrt wurde. Ein zweiter Darsteller-Preis ging an das Ensemble von „Romeo“ (ZDF, Regie: Hermine Huntgeburth), also an Martina Gedeck, Sylvester Groth und Katrin Bühring. Als bester Fernsehfilm wurde die ZDF/ARTE-Produktion „Jenseits“ (Buch und Regie: Max Färberböck) ausgezeichnet; ein Film, der auf intensive und sehr filmische Weise das Leben eines Staatsanwalts beschreibt, nachdem er ein Kind überfahren hat. Die Fernsehzuschauer, die auf 3sat die Wettbewerbsfilme sehen und anschliessend abstimmen konnten, wählten „Der Verleger“ (NDR, Buch und Regie: Bernd Böhlich) für den 3sat-Publikumspreis aus.

Für frischen Wind auf dem Festival sorgt seit letztem Jahr der Nachwuchspreis der MFG Filmförderung „MFG Star“. Auch in diesem Jahr standen vier Debüt-Fernsehfilme zur Auswahl, die von einer Dreierkommission, bestehend aus Gabriele Röthemeyer, Dr. Dietrich Mack (SWR) und Martin Wiebel (Jury Fernsehfilm-Festival Baden-Baden), ausgesucht wurden. Darunter waren „Mein Bruder der Vampir“ von Sven Tadicken und „Elefantenherz“ von Züli Aladag. Allein-Jurorin war Esther Gronenborn („Alaska.de“), die sehr kurzfristig für den verhinderten Oskar Roehler einsprang. Sie zeichnete den Film, „In den Tag hinein“ der HFF Babelsberg-Absolventin Maria Speth aus, eine im Rahmen des „Kleinen Fernsehspiel“ des ZDF entstandene Produktion. Ungewöhnlich auch der Preis selbst: Speth erhält eine „Carte blanche“ für eine Fortbildungsmaßnahme nach Wahl. Bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Kunst zwischen Quote und Controlling: Wer macht den Fernsehfilm?“ zeichnete Hubertus Meyer-Burkhardt, bislang Produzent bei Multimedia und zukünftig im Springer-Vorstand, ein eher düsteres Bild der Zukunft des TV-Movies. Die kommende Verspartung des deutschen Fernsehens vor Augen, prophezeite er das Ende des „mittelgroßen“ Fernsehfilms. Neben günstigen, industriell hergestellten Serien werde in Zukunft nur noch die High-Budget-Eventproduktion bestehen.

 
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