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von Eva Maria Schlosser
Geschichten finden sich auf der Straße oder im Schwimmbad. Hier hat sich zumindest der Regisseur
Christian Petzhold inspirieren lassen. Im Stuttgarter Mineralbad Berg las er den Roman “Barbara” von Hermann Broch und beobachtete die jungen, muskelgestählten Schwimmer. Das Ergebnis: Ein Drehbuch mit dem Titel
“Toter Mann”. Den Hinweis auf eine institutionelle Unterstützung durch die MFG-Filmförderung sucht man indes vergeblich: Das
ZDF produziert den Streifen ohne MFG in Zusammenarbeit mit
Arte.
Der Filmstandort Stuttgart scheint inzwischen auch ohne Subventionen attraktiv zu sein - ein Erfolg für die MFG und ihre Strategie, Produzenten anzulocken, die später mit anderen Projekten auch ohne Förderung zurückkommen. 2,3 Millionen Mark lässt sich das ZDF “Toter Mann” kosten. Als Fernsehfilm der Woche soll er montagabends über den Bildschirm flimmern.
Eine Station: die Brücke des Max-Eyth-Sees. Hier spricht Protagonist Thomas die Heldin Leyla zum ersten Mal an und die Geschichte nimmt ihren dramatischen Lauf. Die ausführende Produktionsfirma
teamWorx von Regisseur und Filmprofessor Nico Hofmann drehte schon öfter im Stuttgarter Raum. Nicht einmal die Film Commission, die auswärtigen Produzenten Mitarbeiter, Material und Drehorte vermittelt, benötigte TeamWorx. “Der Blick in unsere eigene Kartei genügte”, sagte Produzentin
Bettina Reitz. So sind die wichtigsten Positionen nicht von hiesigen Fachleuten besetzt: Regisseur, Kameramann Hans Fromm und Cutterin Bettina Böhler arbeiteten schon bei Petzolds letztem Film
“Die Innere Sicherheit” zusammen.
Stuttgart-Kenntnisse besitzt auch Petzhold, der einige Wochen als Dozent an der
Merz-Akademie tätig war. Und für Nina Hoss, die die Filmheldin Leyla gibt, ist es ein Heimspiel. Ihre Heimatstadt war - nach Wittenberge und Berlin - der letzte Drehort. “Es ist ein merkwürdiges Gefühl, an den Ort der Kindheit zurückzukehren und Plätze wiederzuentdecken”, gesteht sie.
Und die Story? Schauspieler wie Filmemacher hüllen sich in Schweigen. Es geht um “Menschen in unserer Gesellschaft, um ihre Selbstkontrolle und um ihre viel zitierte Mobilität, so Petzhold. “Und um das alte Gefühl Liebe.” Eigentlich eine typische Boy-meets-Girl-Ge-schichte. Wäre da nicht Leylas unheimliches Geheimnis. Und Geheimnisse verrät man eben nicht.
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