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“Islamabad - Die Erdstöße der
Stärke 5,8 setzten um 12.05 Uhr Ortszeit (8.05 Uhr MEZ) ein und
waren in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, in der mehr als
500 Kilometer entfernten afghanischen Hauptstadt Kabul und auch in
Kaschmir und Tadschikistan zu spüren, wie Seismologen im
meteorologischen Institut von Islamabad mitteilten.” (Quelle:
Spiegel online)
Dies ist die Meldung vom 3. März
2002, Drehbeginn für den Spielfilm “Veru” in der Nähe von
Islamabad. Wirklich aufregend war diese Meldung für die
Beteiligten jedoch nicht, da bis zu diesem Zeitpunkt bereits größere
Schwierigkeiten auf dem Weg zur ersten Klappe überwunden wurden.
Die Regie führt Sabiha
Sumar, die gemeinsam mit Paromita Vohra auch das
Drehbuch schrieb. Als 1979 die islamische Militärregierung von
General Zia-ul-Haq die Macht in Pakistan übernimmt, schliesst
sich Saleem,19, (gespielt von Aamir Malik) einer radikalen
moslemischen Bewegung an und entfacht damit einen Konflikt mit
seiner Mutter Ayesha (Kiron Kher). Diese wird gezwungen,
ihre bereits verdrängte Vergangenheit erneut durchleben zu müssen.
Durch das Schicksal Ayeshas wird die Auswirkung der
gesellschaftlichen Umbrüche in Pakistan, beginnend mit der
Trennung von Indien bis zur Erhebung des Islam zur Staatsreligion,
auf persönlicher Ebene erzählt.
Die Arbeiten am Drehbuch
begannen 1995. Auf Grund schwieriger Drehbedingungen in Pakistan
sollte der Film mit kleinstem Team im Herbst 2000 auf Video
gedreht werden, aber logistische und finanzielle Schwierigkeiten führten
zum Abbruch kurz vor Drehbeginn. Im Januar 2001 während des
CineMarts in Rotterdam brachte Redakteurin Claudia Tronnier
(ZDF-Das kleine Fernsehspiel), die das Projekt seit Beginn
begleitet, Sabiha Sumar mit dem französichen Partner Les Films
de l'Observatoire und der deutschen Flying Moon
Filmproduktion zusammen. Ein kompletter Neuanfang war in
Sicht: “Veru” sollte nun auf Film entstehen. Bis zum geplanten
Drehbeginn im Herbst 2001 konnten viele Förderer und Partner
gewonnen werden, so z. B. Hubert-Bals-Fund, Göteborg Filmfund,
Fonds Sud, EZEF, Filmboard Berlin-Brandenburg, MFG-Filmförderung,
Elsaß Filmfonds, Filmförderung der Stadt Strassburg, Eurimages
und YLE.
Im Sommer 2001 brach das Team
voller Zuversicht in Richtung Pakistan auf, konzentriert auf die
einzige Sorge „Tagesgeschäft“. Anfang September umfasste das
Team bereits 40 Personen und sollte bis zum Drehbeginn Anfang
Oktober auf insgesamt 65 Personen wachsen. Drei Tage vor Versand
der technischen Ausrüstung mussten am 14. September 2001 die
Vorbereitungen gestoppt werden. Die Versicherung garantierte nicht
mehr für den Film, die Finan-zierung drohte damit zu kippen und
die restlichen Teammitglieder weigerten sich nach Pakistan zu
fliegen. Stillstand. Abwarten und Nachrichten sehen.
Die
Koproduzenten trafen sich im
Dezember und beschlossen, die Arbeit am Film wieder aufzunehmen.
Ein Kraftakt, da viel Energie verloren war, einige Teammitglieder
neue Verpflichtungen hatten und die Zeit drängte. Bereits im
Januar musste es losgehen, damit der Dreh nicht zu weit in die heiße
Mai-Zeit ragt. Durch die Unterstützung und gute Zusammen-arbeit
aller Partner konnte Line Producer Peter Hermann er-neut
den Weg nach Islamabad antreten und dort die Vorbereitungen für
die Ankunft des Teams treffen. Die 45 Tage währenden Dreharbeiten
wurden planmässig am 3. Mai beendet. Das Thermometer erreichte
bereits am 30. März die 35 Grad-Marke und hat sich seit dem kaum
bewegt. Hin und wieder waren kleinere Erdstösse zu spüren, aber
deren schlimmste Folgen waren einige lose Steine am Motiv
“Ruine”. (ha)
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