Filmbüro

Filmfacts

Nummer 2/ 2002

Produktionsberichte

Was lange währt - Kraftakt für "Veru"

Sie haben Knut - oder das warten auf Schnee

Fassbinder-Crew dreht in Heidelberg

Jo Baier verfilmt die Schwabenkinder

Wie Hund und Katz

Die Magie des ersten Films

 

PRODUKTIONSBERICHTE

Die magie des ersten films

von Robert Malzahn

Wäre doch alles so einfach, wie das Drehen selbst. Wir, die STOKED-FILM - a division of Luna Park 64, haben ein tolles Buch von Maggie Peren und eine eben solche Regisseurin Annette Ernst, wundervolle Schauspieler und einen bildgewaltigen Kameramann –so könnte man die Stab- und Besetzungsliste für den Kinofilm „Kiss & Run“ weiter durchgehen. Kurz: wir haben ein Superteam und auch schon eine Masse toller Bilder im Kasten.

Regisseurin im Gespräch mit Hauptdarsteller Ken Duken

Jedoch ist bis hin zum Negativschaden auch einiges passiert: Nach-Casten während der laufenden Dreharbeiten, das Auto als wirkliche Schwachstelle einer Produktion und schließlich: Drehen unter den Bedingungen einer spontan am Set auftauchenden Dampframme die Gleisverlegungen vorbereitet. Trotzdem ist die Stimmung am Set gut und das ist für die tägliche Arbeit das Allerwichtigste. Dass das gemeinsam unter wahren Low-Budget-Bedingungen gelungen ist – das ist das eigentliche kleine Wunder von „kiss & run“. Bei einer Debütproduktion im Jahre 2002 bleibt nicht aus, dass Gagen bis an die Grenze des Vertretbaren verhandelt werden müssen, Zusatzequipment wie Kran oder Ballonlicht können nur durch die breite Unterstützung der Filmbranche, der das Problem zum Glück nur allzu bekannt ist, realisiert werden. Hat es uns im vergangen Jahr noch mit einer Menge Stolz erfüllt, dass wir, insgesamt fünf Förderungen für das Projekt gewinnen konnten, müssen wir heute etwas wehmütig feststellen, dass dies auch zu einem grossen Aufkommen von Bürokratie geführt hat. Dieses kostet viel Zeit, Geld und Nerven, die eigentlich an anderer Stelle dringend benötigt würden. Aber, und auch das wollen wir natürlich nicht verschweigen, wenn wir dann nach einem überlangen Drehtag ermattet, mit einem „Feierabend-Bier“ in der Hand am Motiv in Dietzenbach die neusten Muster sehen, relativiert sich all das ganz gewaltig. Da ist sie dann wieder: die Magie des ersten Films. Und irgendwie wissen alle wieder sofort, warum sie sich auf „kiss & run“ zu diesen Bedingungen eingelassen haben.

Ken Duken (Max) und Maggie Peren (Emma)
Foto:Jaqueline Krause-Burberg

 
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