Filmbüro

Filmfacts

Nummer 2 / 2003

Produktionsberichte

Der Verlorene Sohn

Geschlecht: Weiblich

Teddys Safari

Delikatessen und...

Drehen in der Region

 

PRODUKTIONSBERICHTE

TEDDYS SAFARI

von Bernd Mosblech (Regisseur und Kameramann)

„Ich spreche von Afrika und goldenen Freuden: der Freude, einsame Länder zu durchwandern, der Freude, die mächtigen, furchtbaren Herren der Wildnis zu jagen.“ So beginnt Theodor Roosevelt, genannt Teddy, seinen 1910 erschienenen Reisebericht in seinem Buch „Afrikanische Wanderungen“. Teddy war nach zwei Amtszeiten im Weißen Haus (1901-1908) auf eine elfmonatige Jagd-Safari nach Ostafrika aufgebrochen, um 500 Tiere für die Wissenschaft zu erlegen. 

Wir - das Produktionsteam für den MFG geförderten Dokumentarfilm „Teddys Safari“ - hatten dagegen nur 22 Drehtage Zeit, um diese „einsamen Länder“ Ostafrikas zu durchwandern. Auf den Spuren der historischen Route der bisher größten Jagd-Karawane versuchten wir das innere Abenteuer des damaligen Flinten-Jägers in heutige Bilder umzusetzen. Mombasa, die Küstenstadt, hier sah der New Yorker Roosevelt den „Dunklen Kontinent“ zum ersten Mal. Kapiti Plains, dort schoss er seinen ersten Löwen. 

Heute findet der Garten Eden hinter Elektrozäunen statt. Rhinozerosse müssen vor Wilderern geschützt werden, in deren Taschen die Park-fees, die Dollars für Drehgenehmigung und Zollabfertigung, fließen. Diese Paradoxie bleibt das Rätsel Afrikas. 

Ein liegender Löwe ist tagsüber leicht zu fotografieren. Doch die Klasse der Tierfilmer erreicht man nur mit großem Jäger-Glück, da die Uhren der wilden Tiere anders gehen als mancher Drehplan und Dispo. 

Wir verknüpfen die Farbbilder der Schauplätze in Ostafrika mit Schwarz-Weißem Archiv-Material der Library of Congress in Washington, die tatsächlich über Originalaufnahmen von 1909 verfügen und die es als Public Domain für jeden Produzenten fast kostenlos gibt. Eine Film-Safari hatte 1925 Eastman-Kodak unternommen. Ob die Kameraleute die gleiche Angst vor X-Ray-Strahlung am Flughafen hatten? Unsere Film-Trophäen sind heil per Kurier aus Nairobi im Kopierwerk des SWR angekommen. Geplante TV-Ausstrahlung ist im November 2003 auf arte. 

 
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