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Krisenzeiten haben ihre Chancen, lautete die Botschaft des 3. Start up! Forums Ludwigsburg an der Filmakademie Baden-Württemberg. In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion schilderten Branchen- und Finanzprofis ihre Erfahrungen mit dem Auf und Ab der Branche und gaben Ratschläge an Studierende und interessierte Teilnehmer weiter.
Die aktuelle Krise der Medienbranche ist nicht die erste und wohl auch nicht die letzte. Darin stimmten alle überein. Wichtiger ist, den Umgang mit Krisen (griech. für „Umwandlung“) zu lernen. Erfolgsstrategien zum befolgen gibt es nicht, nur individuelle Lösungen, betonte Prof. Nico Hofmann, Geschäftsführer von teamworx. Man muss den Markt beobachten, offen für Neues sein und Trends erkennen.
Für Unternehmensgründungen ist die Zeit gut, erläuterte Dr. Uwe Jean Heuser, Leiter des Ressorts Wirtschaft bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Derzeit werden Ideen gründlich geprüft, Kredite nur für ausgereifte Konzepte vergeben und wahnwitzige Börsengänge nicht gewagt. Zum Unternehmer eignen sich jedoch, laut Forschungsergebnissen, nur 10-15% der Menschheit. Jeder potenzielle Existenz- oder besser Unternehmensgründer, sollte sich daher intensiv prüfen lassen.
Dass gute Konzepte, Ideen, eine entsprechende Begeisterung und Überzeugungskraft die nötigen Einstiegsvoraussetzungen sind, darin stimmten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, Dieter Krauß, MFG Filmförderung, Mischa Hofmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der deutschen Fernsehproduzenten, Matthias Berlinghof, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Ludwigsburg und Geschäftsführer Wagniskapitalgesellschaft mbH der Kreissparkasse Ludwigsburg, Stefan Raiser, Produzent Dreamtool, und Roland Pellegrino, Vorstand CP Medien, überein. Sie raten den Absolventen, von Anfang an auch übers Geld verdienen nachzudenken und sich entsprechende Partner zu suchen.
Viel wichtiger als der Übergang von der Hochschule ins Berufsleben ist laut Prof. Thomas Schadt, erfolgreicher Dokumentarfilmer, Produzent und Autor, die Frage „Was kommt danach?“ Dokumentarfilmer bewegen sich eher in Nischen und sind Krisen gewohnt. Nach Schadts Erfahrung können sie nur überleben, wenn sie außerhalb der Nische Erfolg haben, Geld verdienen und dann neue Pläne in der Nische realisieren.
Produzent Peter Rommel regte an, bereits im Studium Allianzen mit Regisseuren, Autoren, etc. zu bilden und diese später weiterzupflegen. Wichtig für die Filmproduktion in Nischenmärkten sei es außerdem, Strukturen klein zu halten: Kleine Teams, überschaubare Zeitrahmen und geringe Budgets schaffen Freiheiten. Der Erfolg eines Films sei noch nie von der Höhe seines Budgets abhängig gewesen.
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