|
Manche Produzenten beschwörten bereits das Ende des Dokumentarfilms; nicht erst seit den neuen Kreditrichtlinien von Basel II werden die verschiedensten Modelle zur Finanzierung von Dokumentarfilmen landauf, landab - doch zumeist nur innerhalb der einzelnen Interessengruppen diskutiert.
Das Haus des Dokumentarfilms hatte daher zum Thema „Kreative Filmfinanzierung“ am 9. Juli zu einer ergebnisorientierten Veranstaltung eingeladen, zu der über 100 Teilnehmer kamen. In Form einer Informationsbörse wurden die verschiedenen bisher erarbeiteten Finanzierungsmodelle von Co- und Auftragsproduktionen vorgestellt, diskutiert und auf ihre Praktikabilität abgeklopft.
Ziel war, praktikable Lösungsmodelle für diesen Bereich der Filmwirtschaft zu entwickeln, z.B. eine bundesweite Angleichung und Absicherung der Bürgschaften, mit der alle Beteiligten leben können.
Als Referenten sprachen Thomas Kufus (Geschäftsführer Zero-Film Berlin) aus Sicht der Produzenten; Bernhard Stampfer (Deutsche Bank AG Frankfurt) aus Sicht der Bank und Willi Haag (Honorare und Lizenzen SWR) aus Sicht der Sender.
Peter Mewes (Planung und Steuerung NDR) und Johannes Selle von der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH stellten neue Finanzierungsmodelle vor, die von Thomas Frickel, Geschäftsführer a.g.dok., Frankfurt kommentiert wurden.
Über Alternativen zur Sender-Finanzierung referierten Roland Pellegrino (Vorstand CP Medien, Ludwigsburg) und Molto Menz (DVD-Verleger absolut Medien GmbH, Berlin).
Insgesamt stieß die Veranstaltung auf großes Interesse, bei der die Referate kontrovers diskutiert wurden. Von allen Beteiligten allerdings wurde der Wunsch formuliert, dass sowohl Produzenten als auch Sender enger zusammenarbeiten und versuchen sollten, trotz der Finanzkrise und den damit verbundenen Forderungen wie Bankbürgschaften etc. weiterhin gute Projekte auf den Weg zu bringen.
|