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Karl ist ein Held in mittlerem Alter, aus
mittleren Kreisen, in der Mitte Europas, Poet und Journalist.
Als er eine feste Stellung als Literaturredakteur bekommt, nimmt
sein Leben eine überraschende Wendung.
Eine überraschende Wendung im Umgang mit Ihrer Hauptfigur
erfährt auch Regisseurin und Produzentin Viola Stephan bei
den Dreharbeiten zu dem MFG geförderten Film "Karl Korbes",
die sie in einigen essayistischen Gedanken zusammenfasst:
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Ausschnitt
aus "Karl Korbes"
© (s.Impressum) |
"Die Geschichte des Karl Korbes ist eine dokumentarische
Fiktion. Kann man in dem Fall überhaupt eine Komödie
versprechen? Dokumentarfilmen bedeutet, sich dem Lebensfluss anzupassen,
zur Seite zu treten und zu beobachten, wachsam zu sein, ohne einzugreifen,
um aus dem, was sich vor einem entfaltet, dasjenige auszuwählen,
von dem man spürt, dass es den Zusammenhang des Ganzen offenbart
oder zumindest ahnen lässt. Im günstigsten Fall. Was
macht man, wenn sich das Leben, jener Ausschnitt der Wirklichkeit
nun ganz und gar nicht so entwickelt, wie man antizipiert hat?
Man schärft die Aufmerksamkeit und dreht. Verzweiflung wechselt
mit Euphorie und wie beim Schachspiel rattern in schwindelerregender
Freiheit zahllose Kombinationsmöglichkeiten durch den Kopf.
Welche Geschichte will erzählt werden? Schon drängen
in der Vorbereitungsphase während der Materialsicherung einige
kühne ungeahnte Varianten nach Gestaltung. Die Kunstfigur
Karl Korbes hat sich dem Zugriff ihres Schöpfers widersetzt,
sich von seinen Projektionen mit Bravour befreit, und um dem zugedachten
Schicksal zu entrinnen die Rollen wie bei Pirandello neu aufgemischt
und schließlich die ganze Geschichte selbst in die Hand
genommen.
Wer träumt hier wen? Chuang Tzu den Schmetterling oder der
Schmetterling, dass er ein Mensch sei? Dies schickt sich Karl
Korbes an zu erforschen. Die fatale Entdeckung könnte sein:
Er löst sich auf wie eine Brausetablette - sprudelnd"
Viola Stephan
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