Filmbüro

Filmfacts

Nummer 4/ 2002

MFG-News

 

MFG-NEWS

·Kinostarts/
Premieren/On Air
·Preise für MFG-Filme
·MFG-geförderte Filme auf Festivals

 

TV-Start für "Das Schwarzwaldhaus"
Ring des Nibelungen kommt ins Fernsehen
Junger Dokumentarfilm
Cicae-Preise in Annecy / Produzentenforum

 
 

 

TV-Start für "Das Schwarzwaldhaus"


© (s. Impressum)

In einem Bauernhaus im Münstertal in der Nähe von Freiburg verlebte die Berliner Familie Boro eine ungewöhnliche Zeitreise ins Jahr 1902. In Zeiten der Pseudorealität à la Big Brother hat die Wissenschaftsredaktion des SWR gemeinsam mit der Produktionsfirma Zero Südwest GmbH die Idee verwirklicht, Vergangenheit authentisch auf den Bildschirm zu bringen. In vier Folgen ist "Schwarzwaldhaus 1902" in der ARD vom 2. Dezember an jeweils um 21.45 Uhr zu sehen. Auf einer Presseveranstaltung am 26. November im Münstertal berichteten das Ehepaar Boro und einige der bäuerlichen Nachbarn von ihren Erfahrungen. Produzent Thomas Kufus und MFG-Förderin Gabriele Röthemeyer ergänzten den Blick zurück in die Vergangenheit hinsichtlich der praktischen Durchführung der etwas anderen Dokusoap.

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Ring des Nibelungen kommt ins Fernsehen

In einer Pressekonferenz im September wurde in der Staatsoper Stuttgart die Fernsehaufzeichnung des Stuttgarter "Ring des Nibelungen" vorgestellt, die in Koproduktion der EuroArts Music International GmbH, dem SWR und ARTE entsteht. Zu den Produktionskosten von ca. 1,5 Mio. Euro steuert die MFG-Filmförderung 410.000 Euro bei. Entscheidend für die Filmförderung war u. a., dass die Verfilmung und Produktion der Operninszenierung wesentlich zur Weiterentwicklung der Filmwirtschaft im Lande beiträgt. Die hohe Kompetenz der an der Produktion Beteiligten lässt darüber hinaus erwarten, dass die filmische Umsetzung ein ebenfalls bedeutendes kulturelles Ereignis neben der dokumentierten Operninszenierung wird.
Die Aufführungen des "Rings" gehen derzeit über die Bühne der Staatsoper Stuttgart. Gleichzeitig dazu finden die Filmaufnahmen statt. Im Hörfunk werden alle vier Teile im Frühjahr 2003 präsentiert. Die Erstausstrahlung im Fernsehen ist für Sommer geplant. Die Regie für die Fernsehproduktion übernehmen János Darvas (Das Rheingold, Die Walküre) und Hans Hulscher (Siegfried, Götterdämmerung). Das Besondere am Stuttgarter "Ring" liegt darin, die Einzelwerke individuell von vier verschiedenen Regisseuren inszeniert auf die Bühne zu bringen. Ein erfolgversprechendes Konzept für die Staatsoper Stuttgart, die in diesem Jahr erneut mit dem Titel "Opernhaus des Jahres" auszeichnete wurde.

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Junger Dokumentarfilm

An sieben Donnerstagen von Oktober bis November stellten Absolventen der Filmakademie Baden-Württemberg und der Berliner Filmhochschule ihre ersten professionellen Arbeiten in der Reihe "Junger Dokumentarfilm" im Südwest-Fernsehen vor. Zu sehen bekam der Zuschauer zu Beginn Rudolf K. Wernickes Film "Taxi". 90 Minuten lang folgte der Regisseur dem Berufsalltag von acht Taxifahrern.

Aus der Staffel 2001 wurden drei weitere Filme ausgestrahlt, die im Rahmen die des "Jungen Dokumentarfilm"-Abkommens gemeinsam von der Filmakademie Baden-Württemberg, dem SWR und der MFG entstanden sind.
Am 14. November wurde der von Stefan Haym und Anja-Christin Remmert realisierte Film "Schuldnerberichte" ausgestrahlt. Im Mittelpunkt standen sieben Berliner, die sich aus unterschiedlichen Gründen hoch verschuldet haben und einen Weg aus der Misere suchen.
Mit "Country No. 1" gelang Kai Ehlers ein besonderer Film zu den Nachwirkungen des 11. September. Er reiste kurz nach den dramatischen Ereignissen nach New York und begleitete Personen, denen er per Zufall begegnete und die eher am Rand der Wohlstandsgesellschaft leben und arbeiten.

Sabine Willmanns Portrait des Erfinders Artur Fischer, der neben unzählbaren Erfindungen auch den "Fischer-Dübel" und die "Fischer-Technik" erfand, wurde am 21. November ausgestrahlt. "Wer sucht, erfindet" ist ein Dokumentarfilm im "klassischen" Sinn geworden, der von seinen Protagonisten lebt und dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, direkt dabei zu sein.

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Cicae-Preise in Annecy / Produzentenforum

CICAE-PREISE IN ANNECY

Im Rahmen des diesjährigen italienischen Filmfestivals in Annecy, das im Oktober zum 20. Mal stattfand, wurde der CICAE Kurzfilm- und Filmpreis verliehen. Der Jury des europäischen Filmkunstverbandes "CICAE", deren Ehrenvorsitzende MFG-Chefin Gabriele Röthemeyer ist, gehörten Jean Hafner (Präsident des Kommunalen Kinoverbandes Rhône-Alpes), der Journalist Eric Jozsef, Robert Kalman (UNESCO) und Claudine Sulyok (MFG-Filmförderung) an. Sie zeichneten mit "L'ultimo rimasto in piedi" den 14-minütigen Kurzfilm von Ugo Capolupo und mit "Vecchie" von Daniele Segre eine Außenseiterproduktion aus, die auch die Wettbewerbsjury überzeugt hatte. Sie vergab den "Großen Preis für die beste weibliche Darstellung" an die beiden Schauspielerinnen Maria Grazia Grassini und Barbara Valmorin, die in "Vecchie" zwei alte Damen spielen, die partout nicht mehr aus dem Urlaub nach Hause zurückkehren wollen.



PRODUZENTENFORUM

v.l.n.r.: Hartwig König, Christoph Hauser, Thomas Kufus, Martina Zöllner und Erwin Mayer
©
(s. Impressum)

Am 2. September lud die MFG-Filmförderung zusammen mit dem SWR zum ersten baden-württembergischen Produzentenforum ein. Das Forum, das als Auftakt für eine Reihe von Workshops zur Förderung des Dialogs zwischen dem SWR und hiesigen Produzenten konzipiert war, stieß auf große Resonanz. Rund 120 Teilnehmer nahmen an Plenum, Diskussionsrunden und Arbeitskreisen teil.

Fragen, die auf dem Forum formuliert wurden, werden in weiterführenden Workshops, die von der ZFP angeboten werden, vertieft. Darin wird den Teilnehmern Einblick in die Bereiche Produktionsplanung und -steuerung, Rechtsfragen, Risiko und Controlling gegeben mit dem Ziel, eine effizientere Zusammenarbeit zwischen den Produktionsabteilungen der Rundfunkanstalten, den freien Autoren/Produzenten und den Redaktionen zu gewährleisten.

v.l.n.r.: Marianne Gassner und Hans-Hinrich Koch (av-communication) und Konstantin Schenk (Basis)

Die ersten beiden Workshops sind in Vorbereitung: in der Seminarreihe "Produktionsmanagement" soll ein Basisseminar die verschiedenen Produktionsbereiche im Fernsehen sowie die Anforderungen an die Hersteller dieser Formate vorstellen. Weiterhin wird es ein Begegnungsseminar geben, in dem das Rollenverständnis von Autoren, Produzenten, Produktionsleitern und Redakteuren diskutiert wird und Wege aufgezeigt werden, wie die einzelnen Vertreter der Gruppen zu einem Projektteam zusammenwachsen können, um die komplexen Aufgabenstellungen einer Produktion optimal zu bewältigen. Abschließend soll ein Aufbauseminar das Tätigkeitsfeld der Produktionsleitung in den unterschiedlichen Projektphasen beleuchten. Der zweite konzipierte Workshop widmet sich in Basis- und Aufbauseminar dem Urheber- und Vertragsrecht im Hinblick auf Fernsehproduktionen und zeigt Möglichkeiten der Koproduktion unter Beachtung der neuen europäischen Richtlinien.

© Filmbüro Baden-Württemberg · Gestaltung: Andreas Staiger