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von Annette Gilcher
Für zwei junge Schauspielerinnen waren
die Dreharbeiten zu "In einer Nacht wie dieser"
mit all den Aufregungen verbunden, die der erste Schritt ins Filmleben
mit sich bringt. Sandrina Nitschke und Jennifer Sabel
wurden frisch von der Schauspielschule weg engagiert, um gemeinsam
mit Katrin Bühring die Hauptrollen in dem Fernsehfilm zu
übernehmen.
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Markus Schlicht, Susanne Schneider, Andreas
Doub, Martin Kiefer, Anik Maisch in der Trinkhalle
(s. Impressum) |
Zusammen gaben die drei ein wunderbares Trio
von Schülerinnen an der Schwelle zum Erwachsenenleben, die
sich schuldig machen und mit den Konsequenzen leben müssen.
Keineswegs Neulinge im Filmgeschäft sind Autorin und Regisseurin
Susanne Schneider und zero Südwest. Aber auch
für sie war "In einer Nacht wie dieser" ein Aufbruch
zu neuen Aufgaben. Als erfahrene Drehbuchautorin von Filmen wie
"Feuerreiter" oder "Solo für Klarinette"
und nach ersten Erfahrungen in der Theaterregie wagte sich Susanne
Schneider mit diesem Film an die Inszenierung ihres Drehbuchs.
In der Debütredaktion des SWR sowie bei arte und beim MDR
fand die Baden-Württembergerin Partner und in zero Südwest
mit Hartwig König und Martin Hagemann die Produktionsfirma
für ihr Projekt. Zero südwest wiederum wagte sich mit
"In einer Nacht wie dieser" zum ersten Mal an ein fiktionales
Format. Seit 2001 als Tochterfirma der Berliner zero film in Baden-Baden
ansässig, wurden bisher vor allem Dokumentarfilme realisiert.
Die MFG-Filmförderung unterstützte das baden-württembergische
Debütprojekt.
Gedreht wurde in Baden-Baden und seiner unmittelbaren Umgebung.
Rund um das Hauptmotiv, ein Jagdschloss im Stadtwald, das auch
zahlreiche Nebengebäude zur Nutzung bot, fand Szenenbildner
Urs Beuter seine Motive. An dem Pferd, das für eine
Traumsequenz vorm Kurhaus trabte, hatten auch die Kurgäste
ihre Freude. Bei der Gelassenheit und guten Stimmung der Dreharbeiten
konnte es dann auch nicht wirklich erschüttern, als sich
einer der jungen Hauptdarsteller einen Bänderriss zuzog und
ausgerechnet die Titel gebende Nacht nicht in der geplanten Zeit
abgedreht werden konnte.
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Andreas Doub, Susanne Schneider, Katja
Theile, Anik Maisch und Sandrina Nitschke
(s. Impressum) |
Der Film erzählt die Geschichte einer
Clique, die nach einem feucht-fröhlichen Abend einen Mitschüler
fälschlicherweise der Vergewaltigung beschuldigt. Aus Scham,
aus Angst vor den Konsequenzen und aus Stolz schaffen es die drei
Freundinnen Kika, Persica und Sally nicht zur Wahrheit zurückzukehren.
Was ihre Zukunft schützt, zerstört die ihres Mitschülers
Jack. Es entsteht ein unaufhaltsamer Sog, der Jack schließlich
zum Selbstmord treibt und die Freundschaft der drei, die ihnen
doch immer als unzerstörbar erschienen war, ruiniert. Für
SWR-Redakteurin Sabine Holtgreve ist Susanne Schneider
als Autorin und Regisseurin ein Glücksfall "weil sie
durch ihre Erfahrung als Theaterregisseurin unglaublich intensiv
und nachhaltig mit den Schauspielern arbeitet. Gleichzeitig verliert
sie nie ihre Geschichte aus dem Auge. Anders als gängige
coming-of-age-Filme, wo es häufig in erster Linie um die
Darstellung eines Lebensgefühls auf Augenhöhe der Figuren
geht, will sie von etwas Grundsätzlichem erzählen: eine
Geschichte von Schuld und Sühne in diesem Alter der Verletzlichkeit."
Inzwischen ist "In einer Nacht wie dieser" in der Postproduktion,
in die sich die zwei Nachdrehtage im November einfügen. Gesendet
wird der Film voraussichtlich im Frühjahr 2003 in arte und
im darauffolgenden Spätsommer im Rahmen von Debüt im
Dritten.
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