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"Ein bisschen
wie in Cannes", resümierten die Stuttgarter Nachrichten
über das Flair der Stuttgarter Eröffnungs-veranstaltung
zu den 19. Französischen Filmtagen Tübingen/Stuttgart
am Samstag, den 19. Oktober 2002. 500 Gäste waren ins Metropol-Kino
gepilgert, wo sie von Francis Etienne, dem Französischen
Generalkonsul in Stuttgart sowie Dr. Klaus Lang, dem ersten
Bürgermeister der Stadt, begrüßt wurden. Der Eröffnungsfilm
"Swing", vorgestellt von Regisseur Tony Gatlif
sowie Akteuren des Films, füllte zwei Kinosäle im Metropol
und im Kommunalen Kino. Dies war erst der Auftakt für ein
rundum hochkarätiges Programm, das die Festivalorganisatoren
Dieter Betz und Stefanie Schneider und ihr Team
zusammengestellt hatten. Ein Großteil der Filme wurde allerdings
nur in Tübingen gezeigt. In Stuttgart fanden an acht Tagen
in zwei Sälen 38 Vorführungen statt, in Tübingen
in fünf Sälen 166. Das könnte sich laut Dr.
Hans-Joachim Petersen, Medienteam-Chef der Stadt Stuttgart,
jedoch im nächsten Jahr ändern. Einhellige Begeisterung
herrschte über das rauschende Fest, in das das Team um Suzanne
Hockling und Filmbürovorstand Oliver Mahn den
Eröffnungsabend in Stuttgart verwandelt hatten. Wegen des
Umbaus war man vom Filmhaus auf die stilvolle "Salvini"-Bar
ausgewichen, wo die frankophilen Cineasten mit Büffet und
Live-Musikern aus Tony Gatlifs Film bis in die Morgenstunden feierten.
Zwischen Baden-Württemberg und seinen
europäischen Partnerregionen Katalonien, der Lombardei und
Rhône-Alpes - den sogenannten "4 Motoren" - hat
sich eine intensive Zusammenarbeit entwickelt. In der Sektion
"Cinéma des Régions d'Europe" wurde
daher bei den französischen Filmtagen in Zusammenarbeit mit
der MFG-Filmförderung jeweils ein Film aus den genannten
Regionen präsentiert: Casomai (Regie Alessandro d'Alatri,
Italien), Nosotras (Dones) (Regie: Judith Colell, Spanien),
Sur le bout des doigts (Regie: Yves Angelo, Frankreich),
Vaya Con Dios (Regie: Zoltan Spirandelli, Deutschland).
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Das auf "Cannes" umgestylte Metropol-Kino
in Stuttgart |
Ein weiterer Beitrag der diesjährigen
Französischen Filmtage waren die ersten deutsch-französischen
Stuttgart Readings, für die Dramaturgin Beate Ehrmann
die Schauspieler Sabine Bräuning, Barbara Stoll,
Jo Jung, Alexandre Pelichet und Jean-Michel Räber
hatte gewinnen können. Gelesen wurde aus noch nicht verfilmten
Drehbüchern von Yilmaz Arslan, Michel Deutsch
und Stephan Brüggenthies. Die Drehbuchlesungen fanden
diesmal sowohl in Stuttgart als auch in Tübingen statt.
Mit rund 22.000 Zuschauern an den Spielorten
Tübingen, Stuttgart, Rottenburg, Mössingen und Bad Urach
erzielte das Festival einen neuen Besucherrekord.
Der mit 5.000 Euro dotierte Publikumspreis
"Die fliegende Kamera" ging an die Regisseurin Zabou
Breitmanden für ihren Film "Se souvenir des belles
choses", die berührende Geschichte einer Frau, die
mit 32 Jahren an Alzheimer erkrankt. Die Jugendjury verlieh ihren
mit 2.500 Euro gepolsterten "Prix de la Jeunesse" an
No Man's Land. des Bosniers Danis Tanovic. Arsenal-Chef
Stefan Paul nahm als künftiger Verleiher des Films
die Aus-zeichnung stellvertretend entgegen. Den von der MFG und
der französischen Exportfirma Unifrance gestifteten Verleihpreis
vergab eine Fachjury - Kinobesitzer Volker Lamm, Christine Haupt
(MFG Filmförderung) und der Filmjournalist Thilo Wydra -
an den einfühlsamen und humorvollen Dokumentarfilm "Etre
et avoir" des Regisseurs Nicolas Philibert über
eine Zwergschule in der französischen Provinz. Die 18.000
Euro gingen damit an den Berliner Klein-Verleih Ventura, der "Sein
und Haben" am 16. Januar 2003 in die deutschen Kinos bringen
wird.
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