Filmbüro

Filmfacts

Nummer 4/ 2002

Filmszene BaWü

Dritte Runde für Drehbuchausbildung

Cannes in Stuttgart

Bilder und Co.

Glasdach Open-Air

Neuer SWR-Direktor

Stuttgarter Kinder-Filmtage

Kommune als Drehort

Premieren und Feiern in Baden-Württemberg

Neulich beim Filmfest Mannheim/Heidelberg
Umweltfestival
Citizen Kane and more
Landes-Filmschätze
Grundsteinlegung

Kulturstaatsminister an der Filmakademie

FILMSZENE BADEN-WÜRTTEMBERG

CANNES IN STUTTGART

"Ein bisschen wie in Cannes", resümierten die Stuttgarter Nachrichten über das Flair der Stuttgarter Eröffnungs-veranstaltung zu den 19. Französischen Filmtagen Tübingen/Stuttgart am Samstag, den 19. Oktober 2002. 500 Gäste waren ins Metropol-Kino gepilgert, wo sie von Francis Etienne, dem Französischen Generalkonsul in Stuttgart sowie Dr. Klaus Lang, dem ersten Bürgermeister der Stadt, begrüßt wurden. Der Eröffnungsfilm "Swing", vorgestellt von Regisseur Tony Gatlif sowie Akteuren des Films, füllte zwei Kinosäle im Metropol und im Kommunalen Kino. Dies war erst der Auftakt für ein rundum hochkarätiges Programm, das die Festivalorganisatoren Dieter Betz und Stefanie Schneider und ihr Team zusammengestellt hatten. Ein Großteil der Filme wurde allerdings nur in Tübingen gezeigt. In Stuttgart fanden an acht Tagen in zwei Sälen 38 Vorführungen statt, in Tübingen in fünf Sälen 166. Das könnte sich laut Dr. Hans-Joachim Petersen, Medienteam-Chef der Stadt Stuttgart, jedoch im nächsten Jahr ändern. Einhellige Begeisterung herrschte über das rauschende Fest, in das das Team um Suzanne Hockling und Filmbürovorstand Oliver Mahn den Eröffnungsabend in Stuttgart verwandelt hatten. Wegen des Umbaus war man vom Filmhaus auf die stilvolle "Salvini"-Bar ausgewichen, wo die frankophilen Cineasten mit Büffet und Live-Musikern aus Tony Gatlifs Film bis in die Morgenstunden feierten.

Zwischen Baden-Württemberg und seinen europäischen Partnerregionen Katalonien, der Lombardei und Rhône-Alpes - den sogenannten "4 Motoren" - hat sich eine intensive Zusammenarbeit entwickelt. In der Sektion "Cinéma des Régions d'Europe" wurde daher bei den französischen Filmtagen in Zusammenarbeit mit der MFG-Filmförderung jeweils ein Film aus den genannten Regionen präsentiert: Casomai (Regie Alessandro d'Alatri, Italien), Nosotras (Dones) (Regie: Judith Colell, Spanien), Sur le bout des doigts (Regie: Yves Angelo, Frankreich), Vaya Con Dios (Regie: Zoltan Spirandelli, Deutschland).

Das auf "Cannes" umgestylte Metropol-Kino
in Stuttgart

Ein weiterer Beitrag der diesjährigen Französischen Filmtage waren die ersten deutsch-französischen Stuttgart Readings, für die Dramaturgin Beate Ehrmann die Schauspieler Sabine Bräuning, Barbara Stoll, Jo Jung, Alexandre Pelichet und Jean-Michel Räber hatte gewinnen können. Gelesen wurde aus noch nicht verfilmten Drehbüchern von Yilmaz Arslan, Michel Deutsch und Stephan Brüggenthies. Die Drehbuchlesungen fanden diesmal sowohl in Stuttgart als auch in Tübingen statt.

Mit rund 22.000 Zuschauern an den Spielorten Tübingen, Stuttgart, Rottenburg, Mössingen und Bad Urach erzielte das Festival einen neuen Besucherrekord.

Der mit 5.000 Euro dotierte Publikumspreis "Die fliegende Kamera" ging an die Regisseurin Zabou Breitmanden für ihren Film "Se souvenir des belles choses", die berührende Geschichte einer Frau, die mit 32 Jahren an Alzheimer erkrankt. Die Jugendjury verlieh ihren mit 2.500 Euro gepolsterten "Prix de la Jeunesse" an No Man's Land. des Bosniers Danis Tanovic. Arsenal-Chef Stefan Paul nahm als künftiger Verleiher des Films die Aus-zeichnung stellvertretend entgegen. Den von der MFG und der französischen Exportfirma Unifrance gestifteten Verleihpreis vergab eine Fachjury - Kinobesitzer Volker Lamm, Christine Haupt (MFG Filmförderung) und der Filmjournalist Thilo Wydra - an den einfühlsamen und humorvollen Dokumentarfilm "Etre et avoir" des Regisseurs Nicolas Philibert über eine Zwergschule in der französischen Provinz. Die 18.000 Euro gingen damit an den Berliner Klein-Verleih Ventura, der "Sein und Haben" am 16. Januar 2003 in die deutschen Kinos bringen wird.

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